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Erstausstattung: Was die Katze wirklich braucht

Katzenklo einrichten: wie viele, welches, wohin?

von Benjamin5 Min Lesezeit
Katzenklo einrichten: wie viele, welches, wohin?

Wie viele Katzentoiletten du brauchst, welche Form und Streu sinnvoll sind und wo das Klo am besten steht. Ruhig und praxisnah erklärt.

Das Katzenklo wirkt wie ein nebensächliches Thema, ist aber einer der häufigsten Gründe, warum es zwischen Mensch und Katze hakt. Sehr viele Probleme mit Unsauberkeit lassen sich auf eine Toilette zurückführen, die der Katze nicht passt: zu klein, zu versteckt, zu schmutzig oder am falschen Ort. Die gute Nachricht ist, dass du das meiste davon mit ein paar einfachen Entscheidungen von vornherein vermeidest.

Eine Katze ist von Natur aus reinlich. Wenn sie ihre Toilette meidet, ist das fast immer ein Hinweis, dass etwas an der Situation nicht stimmt, nicht dass die Katze ungezogen wäre. Systemfehler, kein Charakterfehler. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du das System von Anfang an richtig aufstellst.

Wie viele Katzentoiletten brauchst du?

Die bewährte Faustregel lautet: Anzahl der Katzen plus eins. Für eine einzelne Katze bedeutet das zwei Toiletten, für zwei Katzen drei. Das klingt nach viel, hat aber gute Gründe.

Katzen mögen es, zum Urinieren und zum Koten unterschiedliche Stellen zu nutzen. Außerdem ist eine Toilette nicht immer sofort sauber, und manche Katzen verweigern eine bereits benutzte. Mehrere Toiletten geben deiner Katze Auswahl und senken den Druck. In einem Haushalt mit mehreren Katzen verhindern sie zusätzlich, dass eine Katze die andere von der einzigen Toilette fernhält.

Wichtig: Mehrere Toiletten direkt nebeneinander zählen für die Katze oft als eine einzige. Verteile sie deshalb auf verschiedene Stellen in der Wohnung.

Offen oder geschlossen?

Geschlossene Haubentoiletten sehen für uns aufgeräumter aus und halten Gerüche zurück. Für viele Katzen sind sie aber die schlechtere Wahl. In der Haube stauen sich Gerüche, die wir gar nicht wahrnehmen, die für die feine Katzennase aber unangenehm sind. Außerdem nimmt die Haube der Katze die Übersicht, und manche Tiere fühlen sich in einem geschlossenen Raum, in dem sie nur einen Ausgang haben, nicht sicher.

Für den Start ist eine offene Schale meist die ruhigere Wahl. Wenn du eine Haube bevorzugst, beobachte genau, ob deine Katze sie wirklich annimmt. Eine Klappe an der Öffnung solltest du eher weglassen, weil sie für viele Katzen eine zusätzliche Hürde darstellt.

Größe und Form

Hier wird am häufigsten zu klein gekauft. Eine Katzentoilette sollte etwa eineinhalb mal so lang sein wie deine Katze von der Nase bis zum Schwanzansatz. Die Katze muss sich darin bequem drehen, scharren und eine geeignete Stelle suchen können, ohne über den Rand zu geraten.

Wenn du keine ausreichend große Toilette findest, tut es auch eine flache, stabile Kunststoffwanne mit niedrigem Einstieg. Bei älteren Katzen oder Kitten ist ein niedriger Einstieg ohnehin wichtig, damit sie problemlos hineinkommen.

Streuart und Streutiefe

Die meisten Katzen bevorzugen feinkörnige, klumpende Streu, die sich anfühlt wie ein natürlicher, weicher Untergrund. Wähle eine unparfümierte Variante. Duftstoffe sind für unsere Nase gedacht, nicht für die Katze, und können dazu führen, dass das Tier die Toilette meidet.

Fülle die Streu etwa fünf bis sieben Zentimeter hoch ein. So kann die Katze richtig scharren und ihren Kot bedecken, was einem tiefen Bedürfnis entspricht. Wenn du die Streuart wechseln möchtest, mache das langsam und biete im Zweifel parallel eine zweite Toilette mit der gewohnten Streu an, damit die Katze die Wahl behält.

Der richtige Standort

Der Standort entscheidet oft darüber, ob die Toilette angenommen wird. Drei Punkte sind dabei wichtig:

  • Ruhig und ungestört. Die Toilette gehört nicht neben die Waschmaschine, in einen Durchgang oder dorthin, wo ständig Betrieb herrscht. Die Katze möchte sich beim Lösen sicher fühlen und nicht erschreckt werden.
  • Getrennt von Futter und Wasser. Katzen lösen sich nicht gern dort, wo sie fressen. Stelle die Toilette in einen anderen Bereich als die Näpfe.
  • Gut und jederzeit erreichbar. Die Katze muss immer hinkommen, auch nachts. Vermeide Standorte hinter geschlossenen Türen oder an Stellen, die ein scheues oder älteres Tier nur mühsam erreicht.

Verteilst du mehrere Toiletten über die Wohnung, achte darauf, dass nicht alle im selben Raum stehen. In mehrstöckigen Wohnungen ist mindestens eine Toilette pro Etage sinnvoll.

Reinigung und Hygiene

Reinlichkeit ist für die Katze zentral, und sie reagiert empfindlich auf eine schmutzige Toilette. Ein einfacher Rhythmus reicht völlig aus:

  • Täglich: Klumpen und Kot mindestens einmal, besser zweimal am Tag entfernen.
  • Regelmäßig nachfüllen: Die entnommene Streu ersetzen, damit die Füllhöhe gleich bleibt.
  • Etwa alle ein bis zwei Wochen: Die gesamte Streu wechseln und die Schale mit heißem Wasser auswaschen. Verzichte auf scharfe, stark riechende Reiniger; ihr Geruch kann die Katze stören.

Wenn du die Toilette zuverlässig sauber hältst, beugst du den meisten Problemen vor, noch bevor sie entstehen.

Wenn es trotzdem nicht klappt

Manchmal stimmt äußerlich alles, und die Katze geht trotzdem nicht zuverlässig auf die Toilette. Dann lohnt es sich, ruhig die einzelnen Stellschrauben durchzugehen: Anzahl, Größe, Streu, Standort und Sauberkeit. Häufig steckt eine kleine Sache dahinter, etwa eine zu kleine Schale oder ein zu unruhiger Standort.

Bleibt die Unsauberkeit bestehen oder tritt sie plötzlich neu auf, kann auch eine gesundheitliche Ursache wie eine Blasenentzündung dahinterstecken. In dem Fall gehört das Tier in die Tierarztpraxis. Wie du systematisch vorgehst, wenn deine Katze unsauber wird, liest du im Beitrag Katze unsauber: was tun?. Eine gut eingerichtete Toilette ist dabei immer der erste und wichtigste Baustein.

Wenn du das Katzenklo schon vor dem Einzug richtig aufstellst, nimmst du dir und deiner Katze viel Stress ab. Eine passende Toilette am richtigen Ort ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Investitionen in ein entspanntes Zusammenleben.

Benjamin

Benjamin steht hinter „Meine erste Katze“. Er recherchiert und erklärt die Fragen, die rund um die erste Katze wirklich zählen — ruhig, ehrlich und ohne Trendmethoden, gestützt auf seriöse Quellen statt auf Bauchgefühl.